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PR-Kennzahlen 2026: Die Metriken, die PR-Wirkung belegen

Von Reichweite und Share of Voice bis KI-Sichtbarkeit: die PR-Kennzahlen, die jedes Team 2026 tracken sollte, eingeordnet ins AMEC-Framework.

Sascha KirsteinSascha Kirstein

Gute PR-Messung zählt nicht nur Clippings. Sie verbindet das, was ein Team tut, mit der Reaktion der Zielgruppe und möglichst auch mit einem Ergebnis für die Organisation. Reichweite und Medienresonanz bleiben wichtig, belegen allein aber noch keine Wirkung.

Dieser Leitfaden ordnet die wichtigsten PR-Kennzahlen in das AMEC-Framework ein und zeigt, wie klassische Medienanalyse, Business-Outcomes und KI-Sichtbarkeit sinnvoll zusammenspielen.

Von Outputs zu Outcomes und Impact

Das AMEC Integrated Evaluation Framework strukturiert Kommunikationsmessung über sieben aufeinander aufbauende Stufen:

  1. Objectives: Was wollen wir erreichen? Zum Beispiel SMART-Ziele, gekoppelt an Business-KPIs.
  2. Inputs: Welche Ressourcen setzen wir ein? Dazu gehören Team-Zeit, Budget und Tools.
  3. Activities: Was tun wir? Zum Beispiel Pressemeldungen, Pitches und Events.
  4. Outputs: Was wurde veröffentlicht oder platziert? Hierzu zählen Clippings, Reichweite und Share of Voice.
  5. Outtakes: Was hat die Zielgruppe mitgenommen? Etwa Erinnerung, Botschaftstransport und Engagement.
  6. Outcomes: Was hat sich an Haltung oder Verhalten geändert? Beispiele sind Sentiment, Branded Search und Referral-Traffic.
  7. Impact: Was hat es für die Organisation bewirkt? Dazu können Reputation, Leads und Umsatz-Einfluss gehören.

Die Barcelona Principles 4.0 ergänzen diese Logik: Ziele müssen vor der Messung feststehen, quantitative und qualitative Analyse gehören zusammen, Outcomes und Impact zählen stärker als reine Outputs und AVE ist kein valides Wirkungsmaß. Für ein gutes Reporting heißt das: Zeigt nicht nur, wie viel Coverage entstanden ist, sondern auch, welche Qualität sie hatte und was sich danach verändert hat.

Wichtige PR-Kennzahlen auf einen Blick

EbeneKennzahlenWas sie zeigen
OutputsReichweite, Clippings, Share of VoiceUmfang und relative Präsenz der Berichterstattung
OuttakesSentiment, Botschaftstransport, Coverage-QualitätWie die Berichterstattung eingeordnet werden kann
OutcomesBranded Search, Referral-Conversions, KI-SichtbarkeitWas sich nach der Kommunikation verändert hat

Output-Kennzahlen richtig interpretieren

Reichweite

Reichweite beschreibt das Publikum, das eine Veröffentlichung potenziell erreichen konnte. Sie ist keine belegte View-Zahl. Trennt deshalb Online-Reichweite, Print-Auflage und andere Quellentypen sauber und nutzt die Kennzahl für Größenordnung und Trend, nicht als Wirkungsnachweis.

Anzahl Clippings

Die Anzahl der Clippings zeigt das Volumen der Berichterstattung. Bereinigt Dubletten und syndizierte Pickups und betrachtet die Zahl gemeinsam mit Medienqualität, Tonalität und Botschaftstransport.

Share of Voice

Share of Voice (SoV) vergleicht eure Medienpräsenz mit einem klar definierten Wettbewerber-Set.

Formel: Eure Erwähnungen ÷ (Eure Erwähnungen + Wettbewerber-Erwähnungen) × 100

  • Definiert Wettbewerber, Zeitraum, Märkte und Medientypen konstant.
  • Lest SoV zusammen mit Sentiment: Eine negative Erwähnung zählt im rohen SoV genauso wie eine positive.
  • Ergänzt bei Bedarf einen qualitätsgewichteten SoV, der Zielmedien stärker berücksichtigt.

Outtakes und Outcomes: Was ist tatsächlich angekommen?

Sentiment

Sentiment ordnet Coverage als positiv, neutral oder negativ ein. Automatische Klassifizierung beschleunigt die Analyse, sollte bei wichtigen oder uneindeutigen Beiträgen aber geprüft werden. Aussagekräftiger als ein Einzelwert ist der Trend in relevanten Zielmedien.

Message Penetration (Botschaftstransport)

Message Penetration misst, wie häufig definierte Kernbotschaften in relevanter Coverage vorkommen. Legt die Botschaften vor Kampagnenstart fest und codiert sie konsistent. Automatische Vorschläge können helfen, brauchen aber Stichproben und klare Regeln.

Branded Search, Referral-Traffic und Conversions

  • Branded-Search-Lift: Vergleicht markenbezogene Suchanfragen vor und nach einer Kampagne in der Google Search Console. Berücksichtigt Saisonalität und parallele Marketingmaßnahmen.
  • Referral-Traffic und Conversions: Analysiert Besuche aus Earned Media und nachgelagerte Aktionen. Attribution bleibt häufig richtungsweisend statt vollständig, weil nicht jede Medienwirkung einen messbaren Klick erzeugt.

Qualität der Berichterstattung

Nicht alle Erwähnungen sind gleich. Trackt, ob Coverage in Zielmedien erscheint, Zitate oder Sprecher enthält, eure Kernbotschaften transportiert und die richtige Zielgruppe erreicht. Ein einfacher Coverage-Quality-Score macht das über Zeit vergleichbar.

Warum AVE keine PR-Wirkung belegt

Advertising Value Equivalency (AVE) schätzt, was eure Coverage als bezahlte Werbung gekostet hätte. Die AMEC lehnt sie seit 2010 formal ab, und die Barcelona Principles 4.0 bekräftigen: AVE ist kein valides Maß für PR-Wert. Die Gründe sind gut belegt:

  • Sie behandelt eine feindselige Erwähnung wie ein glänzendes Feature.
  • Sie unterstellt, Earned und Paid Media seien austauschbar, das Gegenteil dessen, wofür PR existiert.
  • Ein beliebiger Multiplikator macht aus dem Schätzwert keine belastbare Wirkungskennzahl.

Die bessere Alternative ist kein einzelner Ersatzwert, sondern eine nachvollziehbare Kombination aus Reichweite, Coverage-Qualität, Sentiment, Botschaftstransport und passenden Outcome-Kennzahlen.

Aufkommende PR-Kennzahlen 2026: KI-Sichtbarkeit

Da KI-Assistenten zunehmend zur Informationssuche genutzt werden, zählt eine zusätzliche Frage: Taucht eure Marke in relevanten KI-Antworten auf?

Unterscheidet drei Kennzahlen, die häufig vermischt werden:

KennzahlAussageBerechnung
Visibility RateIn wie vielen Antworten erscheint eure Marke?Antworten mit Markenerwähnung ÷ analysierte Antworten
Share of ModelWelcher Anteil aller erfassten Markenerwähnungen gehört euch?Eure Erwähnungen ÷ Erwähnungen aller beobachteten Marken
Citation ShareWie häufig stützen sich Antworten auf eure Quellen?Citations eurer Quellen ÷ alle erfassten Citations im Vergleichsset

Nutzt ein stabiles Prompt- und Wettbewerber-Set, messt wiederholt und wertet die Ergebnisse je KI-Anbieter aus. Nur so bleiben Zeitvergleiche belastbar.

Eine Erwähnung zeigt, dass eure Marke in einer Antwort vorkommt. Eine Citation zeigt, welche konkrete Quelle eine Aussage stützt. Erfasst deshalb auch, welche Publikationen eure Marke sichtbar machen und ob sie korrekt beschrieben wird. Die zitierten Quellen können anschließend die Themen- und Medienplanung ergänzen.

Die richtigen Kennzahlen wählen

Beginnt nicht mit dem Dashboard, sondern mit dem Kommunikationsziel:

ZielSinnvolle Kennzahlen
Bekanntheit steigernBereinigte Clippings, Reichweite, Share of Voice
Reputation verändernSentiment-Trend, Botschaftstransport, Coverage-Qualität
Nachfrage unterstützenBranded Search, Referral-Traffic, qualifizierte Conversions
KI-Sichtbarkeit erhöhenVisibility Rate, Share of Model, Citation Share, korrekte Markendarstellung
Geschäftswirkung zeigenLeads, Bewerbungen, Umsatz-Einfluss oder andere passende Outcomes

Wählt eine zentrale Outcome-Kennzahl für die Führungsebene und ergänzt diagnostische Kennzahlen, die erklären, warum sie sich verändert. Dokumentiert Definition, Datenquelle, Zeitraum und Einschränkungen jeder Kennzahl, damit Vergleiche konsistent bleiben.

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Fazit

PR-Wirkung lässt sich selten mit einer einzigen Zahl belegen. Ein belastbares Reporting verbindet Outputs mit qualitativen Signalen und den Outcomes, die zum ursprünglichen Ziel passen. Das AMEC-Framework liefert dafür die Struktur; KI-Sichtbarkeit ergänzt sie um neue Formen der Markentdeckung.

Mit aclipp könnt ihr klassische PR-Kennzahlen und KI-Sichtbarkeit in gemeinsamen Dashboards und Reports auswerten.

Sascha Kirstein

Autor

Sascha Kirstein

CEO & Founder, aclipp

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