FAFGA-Studie · KI-Sichtbarkeit in der Hotellerie
ChatGPT und Co. legen sich bei Ferienhotels noch nicht fest
aclipp-Studie: Dieselbe Frage zweimal gestellt, und nur rund jeder fünfte genannte Betrieb taucht wieder auf. Die eigene Website ist die Quelle, auf die ein Hotel selbst am ehesten Einfluss hat.
Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Anfragen, zwei Antworten. Dieselbe Frage zweimal an denselben Assistenten: Die genannten Hotels und Lokale überschneiden sich im Median nur zu rund einem Fünftel.
- Jeder Assistent nennt andere Häuser. ChatGPT und Claude nennen bei derselben Frage am selben Tag in 44 Prozent der Fälle keinen gemeinsamen Betrieb.
- Kein fester regionaler Favorit. Bei keinem Hotelthema ist der Abstand zwischen den Bundesländern größer als die Schwankungsbreite. Bei Winterurlaubszielen liegt dagegen rund die Hälfte der Orte in Tirol.
- Die Assistenten lesen an unterschiedlichen Stellen nach. ChatGPT zitiert zu 55 Prozent die Websites der Betriebe, Claude eher Buchungsportale und Reiseführer.
- Einzelne Häuser stechen heraus. Bei Fragen nach Hotels in Tirol fällt das Interalpen-Hotel Tyrol in 45 von 198 Antworten.
Innsbruck, 28. September 2026. Wer ChatGPT, Claude oder Gemini nach einem Ferienhotel in Österreich fragt, bekommt wechselnde Namen. Das zeigt eine Datenstudie der PR-Analytics-Plattform aclipp, die rund um die Tourismusfachmesse FAFGA in Innsbruck entstanden ist. Vom 17. bis 20. September 2026 hat aclipp den drei Assistenten typische Urlauberfragen zu Ferienhotels, Urlaubsorten und Lokalen in Österreich gestellt, jede Frage mehrfach, und 2.952 Antworten ausgewertet. Stellt man dieselbe Frage zweimal, taucht im Median nur rund jeder fünfte genannte Betrieb wieder auf, Hotels und Lokale zusammengerechnet.
Zwei Anfragen, zwei Antworten
Dieselbe Frage zweimal an denselben Assistenten: Die genannten Hotels und Lokale überschneiden sich im Median nur zu rund einem Fünftel. In 20 bis 25 Prozent der Fälle gibt es gar keine Überschneidung.
Auch zwischen den Assistenten gehen die Listen auseinander. Bei derselben Frage am selben Tag nennen ChatGPT und Claude in 44 Prozent der Fälle keinen gemeinsamen Betrieb, Claude und Gemini in 50 Prozent, ChatGPT und Gemini in 34 Prozent. Wer bei einem Assistenten vorkommt, ist beim nächsten nicht automatisch dabei.
„Bei Hotels legen sich die KI-Assistenten noch nicht fest“, sagt Sascha Kirstein, Gründer und CEO von aclipp. „Stellt man dieselbe Frage zweimal, taucht bei Hotels und Lokalen nur rund jeder fünfte Name wieder auf, und jeder Assistent nennt andere Häuser. In der Hotellerie hat noch niemand die KI-Sichtbarkeit klar für sich entschieden. Wer sich jetzt darum kümmert, trifft auf ein offenes Feld.“
Die Destination ist gesetzt, das einzelne Haus nicht
Bei Familienhotels in Österreich liegt bei ChatGPT und Gemini Salzburg vorn, bei Claude Tirol. Bei keinem Hotelthema ist ein Abstand zwischen den Bundesländern größer als die Schwankungsbreite. Bei Winterurlaubszielen ist das Bild dagegen eindeutig: Rund die Hälfte der genannten Orte liegt in Tirol. Die Destination ist in den KI-Antworten also gesetzt, das einzelne Haus nicht.
Einzelne Häuser stechen trotzdem heraus. Bei Fragen nach Hotels in Tirol wird das Interalpen-Hotel Tyrol in 45 von 198 Antworten genannt, mit deutlichem Abstand vor allen anderen. Dahinter liegen Alpen-Herz (Ladis), Das Central (Sölden) und SPA-Hotel Jagdhof (Neustift) nahezu gleichauf.


Wo die Assistenten nachlesen
ChatGPT zitiert zu 55 Prozent die Websites der Betriebe selbst. Claude stützt sich eher auf Buchungs- und Bewertungsportale (38 Prozent) und redaktionelle Reiseführer (26 Prozent). Die Quellenzahlen sind Näherungen und gelten für alle Fragen, nicht nur für Hotels. Gemini weist über die genutzte Abfrage keine Quellen aus. Welche Quelle eine Nennung auslöst, lässt sich daraus nicht ablesen.
„ChatGPT liest zu mehr als der Hälfte direkt auf den Websites der Betriebe nach, Claude eher auf Buchungsportalen und in Reiseführern“, so Kirstein. „Die eigene Website ist damit die Quelle, auf die ein Hotel selbst am ehesten Einfluss hat.“
Was Hotels daraus mitnehmen können
- Die eigene Website vollständig halten: Lage, Zielgruppen, Angebote und Ausstattung in klarer Sprache und für Maschinen lesbar.
- Einträge auf Buchungs- und Bewertungsportalen pflegen, weil Assistenten wie Claude dort nachlesen.
- In redaktionellen Reiseführern und Fachmedien vorkommen.
- Nicht nach einer einzelnen Antwort urteilen: Die Nennungen schwanken von Anfrage zu Anfrage, sinnvoll ist nur eine wiederholte Prüfung über mehrere Assistenten.
„Auf der FAFGA war das Interesse der Hoteliers am Thema groß, viele wissen aber noch nicht, wo sie anfangen sollen“, ergänzt Kirstein. „Der erste Schritt ist, überhaupt zu wissen, ob und wie oft das eigene Haus genannt wird. Und eine einzelne Antwort ist keine Bestenliste: Wer sich darin sieht, sollte sich nicht zu früh freuen, und wer fehlt, sich nicht zu früh ärgern.“
Methodik
- Erhebung: aclipp, eigene Messung mit der aclipp-Funktion AI Visibility, ohne Auftraggeber
- Zeitraum: 17. bis 20. September 2026
- KI-Assistenten: ChatGPT, Claude und Gemini
- Fragen: 116 typische Urlauberfragen zu Hotels, Urlaubsorten und Lokalen, alle zu Urlaub in Österreich, auf Deutsch und Englisch, mit den Standorteinstellungen Deutschland, Österreich und Großbritannien. 199 Kombinationen, jede drei- bis sechsmal je Assistent.
- Datenbasis: 2.952 ausgewertete Antworten
- Stabilität: Anders als Studien, die einzelne Hotels mit einem Punktwert bewerten, misst diese Untersuchung auch, wie stabil die Nennungen sind: dieselbe Frage mehrfach, bei drei Assistenten. Die Überschneidungswerte beziehen sich auf die genannten Betriebe und zählen nur Paare, in denen beide Antworten mindestens einen Betrieb nennen.
- Auswertung: Die genannten Namen wurden mit einem Sprachmodell ausgelesen und automatisch gegen den Originaltext geprüft, die veröffentlichten Hotelnamen zusätzlich per Websuche. Eine händische Prüfung der Auslesung gab es nicht, eine Fehlerquote ist deshalb nicht beziffert.
- Fragen: von aclipp zusammengestellt und typischen Urlauberfragen nachempfunden, aber keine Stichprobe echter Nutzeranfragen.
- Einordnung: Genannt heißt nicht beste. Die Studie misst, welche Namen die Assistenten nennen, nicht die Qualität eines Hauses.
Die Tirol-Ergebnisse der Studie (Urlaubsorte, Skigebiete, Lokale) und alle Grafiken stehen in der Pressemitteilung zu Tirol. Das Datenpaket und alle Rohdaten (Fragen und Antworten) stellen wir auf Anfrage zur Verfügung. Sascha Kirstein steht für Interviews und Hintergrundgespräche zur Verfügung.
Über aclipp
aclipp ist die europäische PR-Analytics-Plattform, mit der Kommunikationsteams und PR-Agenturen belegen, was ihre Arbeit bewirkt: in klassischen Medien und in KI-Antworten. Media Monitoring, AI Visibility (GEO) und Reporting in einem Workspace, entwickelt in Deutschland. Das gründergeführte Unternehmen wurde 2020 gegründet und arbeitet mit über 100 Agenturen und Unternehmen in DACH und Europa.
Pressekontakt
Sascha Kirstein, Gründer und CEO
hello@aclipp.com
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