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Gefragt auf Deutsch, gesucht auf Englisch: drei AI-Visibility-Befunde aus unserer eigenen Messung

ChatGPT sucht bei deutschen Fragen meist auf Englisch. Welche Sprachfassung einer Seite zitiert wird, hängt trotzdem vom Thema ab. Wir zeigen, was wir für aclipp gemessen haben.

Sascha KirsteinSascha Kirstein
In diesem Artikel

aclipp ist eine europäische PR-Analytics-Plattform für Medienbeobachtung, PR-Analyse und AI-Visibility, also die Sichtbarkeit einer Marke in KI-Antworten. Unsere eigene Sichtbarkeit messen wir kontinuierlich mit unserer Plattform. In diesem Artikel zeigen wir drei Erkenntnisse, die unsere Arbeit stark beeinflusst haben.

Die Befunde in Kürze

  • ChatGPT sucht überwiegend auf Englisch. Von August bis Oktober 2026 waren im Schnitt 84 Prozent der ChatGPT-Suchen zu deutschen Fragen englisch formuliert. Auch Gemini und Claude suchten in mehr als der Hälfte der Fälle auf Englisch.
  • Welche Sprachfassung zitiert wird, hängt vom Thema ab. Bei aclipp gibt es jede Seite standardmäßig auf Deutsch und Englisch. Zitiert werden die Fassungen aber unterschiedlich oft: bei Themen aus dem deutschsprachigen Markt wie Medienbeobachtung vor allem die deutschen Seiten, bei internationalen Themen die englischen.
  • Nennungen auf Drittseiten helfen. In unserem Fall sind das Vergleichsportale. Seit wir auf zwei Vergleichsportalen genannt werden, hat sich unsere Sichtbarkeit fast verdreifacht.

Gefragt auf Deutsch, gesucht auf Englisch

KI-Assistenten stützen sich beim Beantworten von Fragen längst nicht mehr nur auf ihr Trainingswissen. Sie entscheiden selbst, Suchbegriffe in eine Suchmaschine einzugeben und gezielt einzelne Webseiten nachzulesen. Diese Suchanfragen speichern wir in aclipp mit jeder KI-Antwort.

Für diesen Befund haben wir pro Anbieter und Monat bis zu 500 Suchanfragen zu deutschen Fragen ausgewertet und gezählt, wie oft ChatGPT, Gemini und Claude mit englischen Suchbegriffen gesucht haben.

AnbieterEnglische Suchanfragen, Ø der Monate (Spanne)
ChatGPT84 % (74 bis 94 %)
Gemini64 % (59 bis 77 %)
Clauderund 55 % (35 bis 63 %)

Ein Beispiel. Auf die Frage „Welche PR-Tools sind DSGVO-konform und aus der EU?“ suchte ChatGPT am 16. September unter anderem mit diesen drei Anfragen:

  • EU PR media database tool GDPR compliant Germany press distribution
  • deutsches PR Tool Medienkontakte DSGVO EU Hosting
  • PR software Europe GDPR media monitoring press distribution EU company

Zwei der drei sind englisch, obwohl die Frage deutsch war und auf den deutschsprachigen Markt zielte.

Die Suchsprache entscheidet, welche Seite zitiert wird

Englische Suchen finden eher englische Seiten, deutsche Suchen eher deutsche. Wir haben eine Auswahl unserer Seiten von Juli bis Oktober 2026 ausgewertet.

Insgesamt wurden die deutschen Fassungen 2.078-mal zitiert, die englischen 1.669-mal. Die deutsche lag bei 18 von 31 Seiten vorne. Die Tabelle zeigt sechs deutliche Beispiele.

SeiteZitate 🇬🇧 englisch : deutsch 🇩🇪
AI-Visibility-Tools für PR-Teams🇬🇧 215 : 33 🇩🇪
PR-Tools im Vergleich🇬🇧 183 : 60 🇩🇪
CoverageBook-Alternativen🇬🇧 154 : 30 🇩🇪
Medienbeobachtungs-Tools🇬🇧 239 : 437 🇩🇪
Cision-Alternativen🇬🇧 29 : 337 🇩🇪
pressrelations-Alternativen🇬🇧 20 : 188 🇩🇪

Englisch gewinnt bei international geprägten Themen, Deutsch bei Themen aus dem deutschsprachigen Markt. Wo die Modelle auf Deutsch suchen, finden sie die deutsche Seite.

Was das für die eigene Website heißt

Wer internationale Themen besetzen will, braucht eine englische Fassung, auch wenn die Zielgruppe nur Deutsch spricht. Bei Themen aus dem deutschsprachigen Markt bleibt die deutsche Seite die wichtigere. Wir veröffentlichen deshalb alle Seiten in beiden Sprachen und schauen pro Thema, welche Fassung zitiert wird.

Drittseiten haben unsere Sichtbarkeit verdreifacht

Genannt wird eine Marke vor allem dann, wenn andere über sie schreiben. Das ist klassische PR-Arbeit. Neu ist nur, dass man nicht mehr raten muss, was gelesen wird. Bei der KI sieht man genau, welche Quellen sie nutzt, und hat so eine Medienliste, die auf Daten beruht.

Bei Software sind das oft Vergleichsportale. Für aclipp sind im deutschsprachigen Markt zwei davon am wichtigsten: clipping-anbieter.de und komsoftware.de.

Von Mai bis Juni 2026 haben wir über 800 Antworten von Gemini ausgewertet. Zitierte eine Antwort eines der beiden Portale, nannte sie aclipp fast dreimal so oft.

Gemini-Antworten, die …aclipp genannt
eines der Portale zitieren33 % (78 von 234)
keines der Portale zitieren12 % (72 von 588)

Neben diesen beiden gibt es viele weitere Portale. Ein Eintrag ist meist schnell beantragt und kann für die KI-Sichtbarkeit viel bewirken.

Was die Zahlen nicht zeigen

  • Eine Marke, eine Kategorie. Alle Daten stammen aus unserem eigenen Projekt zu PR-Software. In anderen Branchen und Sprachen können die Anteile anders ausfallen.
  • Stichproben statt Vollerhebung. Die Monatswerte beruhen auf Stichproben und schwanken um einige Prozentpunkte. Dass ChatGPT überwiegend auf Englisch sucht, gilt in jedem Monat.
  • Gemischte Suchanfragen. Viele Suchen mischen beide Sprachen, etwa „unicepta alternative medienmonitoring deutschland“. Wir zählen sie als deutsch, sobald ein eindeutig deutsches Wort vorkommt. Der Englischanteil ist damit eher unterschätzt.
  • Portale nur mit Gemini. Den Portal-Effekt haben wir über gut drei Wochen und nur mit Gemini gemessen. Es ist ein Zusammenhang, kein Beweis für Ursache und Wirkung.

Selbst nachmessen

Ob die Befunde auch für deine Marke gelten, zeigt nur die eigene Messung. Das GEO-Playbook führt Schritt für Schritt durch ein eigenes Projekt, von den Fragen bis zu den Maßnahmen. Mit aclipp siehst du die Suchanfragen und Quellen hinter jeder Antwort, wie in dieser Auswertung.

Sascha Kirstein

Autor

Sascha Kirstein

CEO & Founder, aclipp